Allgemein Österreich

Winterglamping im Biwak und Eislaufen in Kärnten

Von Heidi Hagemann


Glamping – das klingt für die meisten nach Sommer, Strand und Meer. Es kann aber auch das Gegenteil sein: Winter, Berge und Pisten. Zum Beispiel in Österreich am Millstätter See.

Die Kärntner Destination ist sowohl im Sommer als auch im Winter sehr beliebt bei Aktiv-Urlaubern, die auf sanften Tourismus stehen. Ein kleines Abenteuer im Biwak hoch oben auf dem Berg mit Blick auf den Großglockner – das können Glamping-Fans jetzt auch in der kalten Jahreszeit erleben. Wir hatten die Gelegenheit, einen Blick hinein zu werfen und werden das Biwak auch bald persönlich testen.

©MTG/Gert Perauer

Kuscheliges Refugium

Wenn die Dämmerung am Millstätter See einsetzt und die letzten Skifahrer zurück ins Tal gewedelt sind, haben Winter-Glamper den Berg für sich und nehmen Platz auf der Veranda ihres kleinen, aber feinen Biwaks. Maria Wilhelm, Geschäftsführerin der Millstätter See Tourismus GmbH, erklärt die Besonderheit dieses Glamping-Objektes: „Es ist ein kuscheliges Refugium der Stille und der Zweisamkeit inmitten tief verschneiter Natur. Ein bisschen Romantik und Zeit zu zweit, aber zum Beispiel auch ein spannendes Erlebnis für Vater und Sohn.“

Unter den Sternen

„Biwak unter den Sternen. Rifugio sotto le stelle“ – so nennt sich das außergewöhnliche Übernachtungskonzept. Insgesamt sieben, etwa 15 Quadratmeter große Biwaks sind rund um den See verteilt. „Diese Refugien eröffnen neue Perspektiven auf die Berg- und Seenlandschaften“, ergänzt Maria Wilhelm.

Das Berg-Biwak „Himmel“ ist perfekt gelegen, mitten im Skigebiet am Sportberg Goldeck, dem Hausberg des Millstätter Sees. Es gibt ein vielfältiges Winterangebot für jeden Anspruch. Die Pisten sowie ein großzügiges Gelände für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer liegen quasi vor der Haustür. Es ist bequem zu erreichen und liegt 30 Meter entfernt an der Mittelstation der alten Goldeck Pendelbahn am Rande des Skigebietes. Mit der Pendelbahn geht es von dort in regelmäßigen Abständen weiter zur Bergstation, von der man alle weiteren Liftanlagen erreichen kann.

Was genau erwartet den Winter-Glamper im Berg-Biwak? Aus heimischem Lärchen-, Zirben- und Fichtenholz gezimmert, bietet es auf 15 Quadratmetern Platz für ein großes Bett, einen Tisch samt Stühlen und Lammfellen sowie einen getrennten Waschraum mit WC und einer Waschgelegenheit.

©MTG/Gert Perauer

Gourmetkorb mit regionalen Spezialitäten

Natürlich gibt es auch weitere Annehmlichkeiten, die man als Glamper erwartet. Etwa einen Gourmetkorb, gefüllt mit regionalen Köstlichkeiten, hausgebrautem Spezial-Bier und Leckereien für das Frühstück. Wenn draußen vor dem Biwak der Feuerkorb lodert, kommt Abenteuergefühl auf und eine warme Mahlzeit ist auch schnell zubereitet.

Eine Nacht im Biwak unter den Sternen kostet 149,50 Euro inklusive Bahnfahrt mit den Goldeck Bergbahnen zum Biwak und retour, Gourmet- und Frühstückskorb sowie Nutzung des Wellnessbereiches im Hotel Erlebnis-Post in Spittal.

©MTG/Gert Perauer

Zwei weitere der sieben Biwaks sind auch im Winter buchbar und befinden sich in See-Nähe. Das Biwak „Garten“ liegt oberhalb von Seeboden in einem natürlich bepflanzten Garten und gehört zum ein Kilometer entfernten 4-Sterne-Hotel Moserhof. Das Biwak „Schilf“ in Döbriach punktet auch im Winter mit seiner Lage direkt am Ufer des Millstätter Sees, es gehört zum Hotel Zur Post.

Der Kärnter Winter bietet Abwechslung

Wir möchten hier noch einiges mehr über die Region verraten und was man im Winter dort sonst noch treiben kann. Der Kärnter Winter steht nicht nur für ein abwechslungsreiches Aktivprogramm auf und abseits der Pisten. Die kühle Jahreszeit eignet sich auch perfekt dafür, etwas Neues zu entdecken. Ob Schneeschuhwanderung, Rodeln, Eisstockschießen, Langlauf, Eistauchen, Fatbiken, Eishockey oder in Kufen übers Spiegeleis gleiten – hier kommt jeder auf seine Kosten.

Abstecher zum Weissensee

Ein Abstecher an den nahe gelegenen Weissensee lohnt sich unbedingt und ist ein absolutes Muss. Im Winter verwandelt sich der auf 930 Metern gelegene See zur größten präparierten Natureisfläche Europas. Die 6,5 Quadratmeter große Fläche friert in der Regel ab Mitte Dezember mit einer Eisstärke bis zu 50 Zentimetern komplett zu. Der Weissensee gilt damit als Eislauf-Dorado schlechthin und ist besonders bei Eisschnellläufern sehr beliebt.

©Stefan Valthe/Kärntenwerbung

Animateure und Profis absolvieren hier regelmäßig ihr Training. Bis zu 25 Kilometer perfekt präparierte Eislaufrundbahnen lassen jedes Sportlerherz höher schlagen. Doch nicht nur das: Die ganze Familie kann hier entschleunigt urlauben und den Naturpark auf ihre Weise erkunden, zum Beispiel mit dem Schlitten oder während einer gemütlichen Pferdeschlittenfahrt.

Auch Langlauffans dürfen sich freuen: Rund 55 Kilometer Doppelspur- und Skatingloipen stehen rund um den See zur Verfügung. Wer etwas mehr Action mag, probiert einfach das Fatbike aus. Mit wintertauglichen Mountainbikes bewegt man sich auf Rädern mit dicken Ballonreifen auf einem eigenen Streckennetz für Snow- und Icebiker. Eine besonders spektakuläre Art, das Natureis am See zu bewundern, ist das Eistauchen. Selbst beim Zuschauen kommt Faszination auf.

Winterglamping wird am Weissensee zwar noch nicht angeboten, aber wer Ausschau nach einer besonderen Unterkunft sucht, wird hier fündig. Die Regitnig Chalets sind unter energetischen und nachhaltigen Aspekten mit heimischen Hölzern und einer großen Glasfront zur Seeseite ausgestattet, der Wohnraum im Obergeschoß bietet mit seiner großen Fensterfront einen einmaligen Ausblick auf den See.

© Heidi Hagemann

Die Idee dahinter war, die malerische Naturkulisse in den privaten Wohnraum der Gäste zu holen.

Linktipps:

Tourismusverbund Millstätter See

Skigebiet Sportberg Goldeck

Tourismusportal Kärnten

Naturpark Weissensee

Chalets Regitnig

Titelbild: ©MTG/Gert Perauer