Länder Schweiz

Glamping bei den Eidgenossen

Glamping in der Schweiz

Der erste Selbstversuch in Sachen Glamping mitten in der Zentralschweiz war spannend und mit vielen Aha-Erlebnissen verbunden. Glamping, das war irgendwie mehr und anders, als sich die Glamping-Inspektorin das vorgestellt hatte. Aber schon nach der ersten Nacht hatte sie der Glamping-Virus gepackt: Einmal Glamping – immer Glamping!


Von Heidi Hagemann


Hamburg, 26. Mai 2015. Beim allerersten Selbstversuch in Sachen Glamping hatte die Glamping-Inspektorin nur eine ganz wage Vorstellung. Sie ahnte nicht, was sie am Sarner See in der Zentralschweiz erwartete. Für die Nacht waren neun Grad angesagt. Solche Temperaturen hatte sie schon einmal im Nationalpark Eifel erlebt. Im Zelt und mit Skiunterwäsche, Pudelmütze, antarktis-tauglichem Schlafsack und einer acht Zentimeter dicken Isomatte überlebte sie das Outdoor-Erlebnis.

Angekommen im Seefeld-Park stellt die Glamping-Inspektorin schnell fest: Das ist kein Vergleich zum 3-Personen-Aldi-Zelt.

Lodgesuite mit Himmelbett und freistehender Badewanne FOTO: Hagemann

Stattdessen ein großes Lodgezelt – mit Himmelbett, Holzmöbeln und einer frei stehenden Badewanne. So viel Komfort hatte die angehende Glamping-Beauftragte bei ihrer ersten Inspektion nun wirklich nicht erwartet. Doch das typische Zelt-Gefühl bleibt trotzdem: Ein frisches Lüftchen zieht in der Nacht durchs Luxusquartier – schließlich sind die Wände ja aus Stoff – aber hier kriecht man mal kurz unter die warme Decke und macht es sich im gemütlichen Bett bequem. Wer natürlich lieber bei geschlossenem Fenster schläft, für den ist das jedoch nichts.


„Die Campeure sind anspruchsvoller geworden”

Auf dem Fünf-Sterne-Platz Seefeld-Park erklärt Platzwart Armin Schläpfer, was das Besondere an dieser Form des Luxus-Campings ist: „Die Campeure sind anspruchsvoller geworden. Auf einen gewissen Komfort möchten heute viele Urlauber nicht mehr verzichten. Beim Glamping campt man auf höchstem Niveau.“ Das fällt der Glamping-Inspektorin auch im Bistro am See auf, dort gibt es morgens frische Brötchen, Obst und Rühreier zum Frühstück – perfekt für einen aktiven Start in den Tag. Die Anlage bietet ein Erlebnisbad mit großem Dach-Außenpool, nebenan ein Beachvolleyball-Feld, eine Tennisanlage oder eine nagelneue Leichtathletik-Tartanbahn. „Ich liebe meinen Arbeitsplatz, es ist einfach zu schön hier“, schwärmt Armin Schläpfer, während er auf seinem kleinen Trecker über das Anwesen knattert, überall nach dem Rechten schaut und sofort agiert, wenn etwas defekt ist. So sind sie, die Schweizer, stets korrekt und sehr höflich.


4 Sterne für das schnuckelige kleine Lodge-Zelt, in dem ein Hauch von Afrika weht.


Sport, Freizeit und Kulinarik

„Naturverbundene Menschen und Familien, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, zählen zur Zielgruppe der Glamper. Dies können sie hier, fernab vom Massentourismus, erleben und genießen“, berichtet Franziska Portmann, Managerin des Campingareals. Die idyllische Berg-Region eigne sich für umfangreiche Sportmöglichkeiten, berichtet die 33-jährige Tourismus-Fachfrau. Neben Wandern, Biken oder Gleitschirmfliegen kann man sich auch auf dem See austoben, zum Beispiel beim Rudern, Stand-up Paddling, Kanu- oder Kajakfahren.

Die Glamping-Inspektorin entscheidet sich für eine geführte Themen-Wanderung in luftiger Höhe: Von der Fluonalp hinauf zum Giswilerstock.

Weiss alles über die Schweizer Bergwelt: Wanderführer Erwin Müller auf der Fluonalp FOTO: Hagemann

Auf 1.538 Metern ist es noch sehr frisch Mitte Mai, aber Wanderführer Erwin Müller schwärmt vom Bergfrühling in den Schweizer Alpen. Der pensionierte Berufsschullehrer erklärt die Besonderheiten der Flora in dem Natur- und Wildschutzgebiet: „Schauen Sie, solche bunt leuchtenden Alpenwiesen finden Sie nur hier oben. Der Bergfrühling ist das Schönste überhaupt, endlich ist es soweit“.

Gipfelkreuz am Giswilerstock FOTO: Hagemann

Es geht eine gute Stunde steil bergauf bis zum Gipfelkreuz. Die Anstrengung lohnt sich am Ziel mit einem Panoramablick auf die 3.000er Titlis und Eiger.

Die Tourismus-Region Obwalden mit dem Kantons-Hauptort Sarnen gilt noch als kleiner Geheimtipp für Natur- und Bergfreunde. „Als Urkanton der schweizerischen Eidgenossenschaft blickt Obwalden auf ein historisches und kulturelles Erbe zurück“, erklärt Erwin Müller. Der rüstige Rentner ist Mitglied des Vereins Obwaldner Wanderwege und weiß auch, wo es gute Brotzeiten gibt. Zum Glück, der Magen knurrt bereits. Nach der kurzen, aber heftigen Anstrengung geht es also schnell wieder bergab. Im gemütlichen „Alpbeizli“ auf der Fluonalp gibt es ein „Zvieri“ mit hausgemachtem Käse, den man in der dazu gehörigen Schau-Käserei auch direkt selber herstellen kann.


4,5 Sterne für die ausgezeichneten Outdoor-Sportmöglichkeiten und die schweizerischen Alpen-Snacks


Zurück auf dem Campingplatz in Sarnen freut sich die Glamping-Inspektorin ganz besonders auf ihre Glamour-Behausung: Im Lodgezelt gönnt sie sich erstmal ein heißes Bad und fällt dann glücklich und müde ins große Himmelbett. Die süßen Träume in der Nacht von bunten Bergblumen am Gipfelkreuz bleiben wie alles andere in positiver Erinnerung an das erste Glamping-Erlebnis im Heidiland.

Nützliche Links:

Vacanceselect: Unterkunft und Buchung

Schweiztourismus: myswitzerland.com

Website Campingplatz: seefeld.ch

Tourismusverein Obwalden: obwalden-tourismus.ch

Besuch auf der Fluon-Alm: fluoanalp.ch

Wandern: Obwaldener Wanderwege


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