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Wir können auch anders – Natur-Glamping am Ostseestrand

Von Thomas Reimann


Weniger ist mehr: Nach diesem Motto hat Christof Albrecht ein kleines aber feines Natur-Glamping-Kleinod an der Eckernförder Bucht geschaffen: das Camp Langholz

Hamburg – In der schleswig-holsteinischen Ostseeküsten-Idylle, an der Nordseite der Eckernförder Bucht, liegt ein etwas anderer Campingplatz: Camp Langholz. Die kleine Camping-Anlage befindet sich direkt am wildromantischen Naturstrand von Langholz, einem beschaulichen, ehemaligen Fischerdörfchen, das zur Gemeinde Waabs gehört. Der Platz wird von der Familie Albrecht schon in der dritten Generation betrieben. Camp-Chef Christof Albrecht setzt dabei auf eine ganz eigene Camping-Philosophie und auf Glamping.

Hier packt der Boss noch persönlich an: Camp Langholz-Chef Christof Albrecht vor dem Zirkuswagen Östermalm. Foto: REIMANN

„Wir sind nur ein kleiner Platz mit knapp 180 Stellplätzen“, berichtet Christof Albrecht. „Aber wir liegen hier direkt am Naturstrand und wollen unseren Gästen möglichst ohne viele Vorschriften und übertriebenes Regelwerk das freie Camping- und Glamping-Leben schmackhaft machen. Das ungezwungene Leben in der Natur, das ist auch unseren Glamping-Gästen wichtig“, sagt er und führt seine Gäste zum sogenannten Lodging-Bereich, dort wo die Glamping-Objekte stehen. Vorbei an mehreren Wohnwagen und Wohnmobilen führt ein schmaler Feldweg zur sonnenbeschienenen Holzterrasse eines Safarizeltes, auf dem ein Hund sein Nachmittagsschläfchen hält. Gleich daneben inspiziert Albrecht seinen neuen in blau und gelb gestrichenen Zirkuswagen mit den Namen Östermalm, dessen Stromanschluss überprüft werden muss. „Alles in Ordnung“, bestätigt Albrecht, der bei der Bewirtschaftung seiner Anlage auf Nachhaltigkeit setzt und deshalb nur Strom aus 100 Prozent regenerierbaren Energieträgern in seine Leitungen lässt.


Sie schauen dem Meer, dem Strand, der Sonne und den Wolken zu und genießen die Natur und den Tag.


Camp Langholz: Safarizelt am Ostseestrand. Foto: REIMANN

Ein Blick in das Safarizelt lässt Natur-Glamper-Herzen höher schlagen. Die Einrichtung besteht aus unbehandelten Holz, macht einen eher rustikalen aber keineswegs unästhetischen Eindruck. Das passt zum Platz und zur Umgebung, die eher wild und naturnah daherkommt. Alles, was das Glamper-Herz begehrt, ist aber vorhanden: Herd, Kühlschrank, Lounge-Möbel, anständige Betten mit noch anständigeren Matrazen und -ganz wichtig auch für’s glamouröse Natur-Camping – ein Badezimmer mit Dusche, Waschtisch und WC. Perfekt, so wie der Blick von der Terrasse hinaus auf den Strand und die Ostsee, die an diesem Tag mit nur ganz kleinen Wellen ans Ufer plätschert. „Das machen unsere Glamping-Gäste am liebsten“, weiß Christof Albrecht zu berichten. „Sie schauen dem Meer, dem Strand, der Sonne und den Wolken zu und genießen die Natur und den Tag.“

Auch der Zirkuswagen passt ins Natur-Glamping-Bild. So ein wenig Landfahrerromantik vergangener Tage kommt beim Betreten der Holz-Terrasse und dem Öffnen der zweigeteilten Wagentür auf. Auf knapp acht Quadratmeter Fläche hat hier der deutsche Lieferant der Zirkuswagenreihe, die Naturwagen.de, eine sehr geschmackvolle und dennoch zweckmäßige Innenaufteilung geschaffen. Ein Allkoven-Doppelbett und zwei Etagenbetten bieten einer Familie mit maximal vier Personen Platz zum Schlafen. Dusche, Waschtisch und WC, mittlerweile Glamping-Standard, sind vorhanden, auch wenn es hier etwas beengter zugeht als im Safarizelt. Kochplatte, Spüle und Kühlschrank, Geschirr sind ebenfalls im Angebot. Ein weiterer Zirkuswagen, in rot, hellblau und gelb gehalten, mit etwas weniger Grundfläche steht einen Kieselsteinwurf entfernt. Hier sind zwar WC und Waschtisch vorhanden, auf eine Dusche muss der Gast aber verzichten. Ist das noch „Glamourous Camping“? „Eher nicht“, meint Christof Albrecht, aber wenn die Gäste bei einem guten Glas Wein oder einem nordischen Bier am Abend auf ihrer Terrasse auf den Sonnenuntergang warten und auf dem Grill eine frischgefangene Meerforelle vor sich hin bruzzelt, dann spielt das nicht mehr so eine große Rolle. Albrecht: „Also das ist eher Basic-Glamping, genau wie in unseren kleinen Schäferwagen und Pods, die lediglich mit geringem Komfort wie Bett und Kaffeekocher ausgestattet, dem einfachen Camperleben schon sehr nahe kommen.“

Über einige Versorgungseinrichtungen verfügt auch das Camp Langholz. Im einem kleinen Kiosk, dem Proviantamt, können Camping- und Glamping-Gäste Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs einkaufen. Hier gibt es auch Brötchen fürs Glamping-Frühstück. Gleich nebenan werden im Bistro Strandräuber kleine Snacks und Getränke gereicht. Ein Früshtücksservice wird bei Nachfrage angeboten. Dabei achtet das Camp-Team darauf, dass vor allem regionale Produkte an die Gäste verkauft werden. So kommt selbst die superleckere Eiscreme von einer lokalen Meierei aus dem nahegelegenen Kropp – die Milch dazu stammt natürlich aus artgerechter Haltung.

Wem der Sinn nach mehr kulinarischen Genüssen steht, kann sich gleich nebenan in der Fischerkate gütlich tun. Das in einem historischen Reetdachhaus aus dem Jahr 1861 untergebrachte Restaurant gilt unter Kennern als Gourmettip. Auf der Speisekarte stehen, wer hätte dies gedacht, vor allem Fischgerichte. Eine Reservierung am Abend wird empfohlen. Der Ort Langholz selbst gibt sich beschaulich und ruhig. Wer hier Animation und Entertainment sucht, ist sicherlich nicht an der richtigen Adresse. Für Menschen, die in ihrem Urlaub wieder zurück zur Natur wollen, ohne auf zivilisatorische Annehmlichkeiten wie Bett, Kühlschrank und Dusche verzichten zu wollen, für die ist das Natur-Glamping-Angebot von Camp Langholz genau das Richtige. „Viele sagen, unser Camp liege am Ende der Welt, so abgeschieden“, berichtet Christof Albrecht und fügt hinzu: „Aber unsere Glamping-Gäste suchen genau dies ursprüngliche, freie Campingleben und genießen das einmalige Naturerlebnis. Wer kann schon sagen, dass er nachts vom dem Klang der Wellen, die leise an den Strand plätschern, in den Schlaf gewiegt wird?“


Über Camp Langholz

Der Platz am Langholzer Strand ist nicht der klassische Campingplatz, den man an der deutschen Ostsee erwartet. Betreiber Christof Albrecht, der 2005 den Familienbetrieb übernahm, versucht hier einen etwas anderen Campingplatz zu führen. Zitat von der Webseite: „Ein Camp jenseits aller Negativ-Klischees, ohne Schrebergarten-Charakter, ohne übertriebenes Regelwerk, ohne Gartenzwerge, Friedhofhecken, Trainingsanzug- und Goldkettchenträger, ohne Ballermann-Kultur und schlechte deutsche Schlagermucke. Fern von Prolligkeit und Spießertum. Abseits des Mainstreams. Und ohne Fremdschämen.“


Freiheitliches, nachhaltiges und ästhetisches Campingerlebnis.


Albrecht will mit der konventionellen deutschen Campingkultur brechen und – so sein Credo – ein Angebot für all diejenigen schaffen, die sich ein „freiheitliches, nachhaltiges und ästhetisches Campingerlebnis“ wünschen.

Seit 2014 hat Albrecht auch Glamping-Unterkünfte auf seinem Platz, die seinen Ansprüchen genügen und zu seiner Camping-Philosophie passen. Mit dem Safarizelt und den Zirkuswagen vom deutschen Glamping-Pionier Naturwagen.de hat Albrecht die für ihn passenden Glamping-Unterkünfte gefunden. Eine Vergrößerung des Glamping-Areals ist nicht vorgesehen. Mehr zum Camping und Glamping auf Camp Langholz, sowie Preise und Buchungsmöglichkeiten finden Sie unter: www.camp-langholz.de


Glamping-Infos:

Camp Langholz
Christof Albrecht
Fischerstrasse 9
24369 Waabs
Tel:  04352 – 9 11 484
Fax: 04352 – 9 11 483

www.camp-langholz.de

Naturwagen.de
NATURWAGEN & LODGES
Günter Springer

www.naturwagen.de


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