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Jenseits von Afrika – Glamourous Camping im Serengeti-Park Hodenhagen

Von Thomas Reimann


Der Glamping-Inspektor hat das Glamping-Angebot im Serengeti-Park Hodenhagen unter die Lupe genommen und Erfreuliches festgestellt. Zwischen Hamburg und Hannover wird die Serengeti niemals sterben und der Glamping-Gast kehrt zurück in die ursprüngliche Welt des Glamourous Camping.

Hamburg, 23. Juli 2016 – Einst gingen britische Gentlemen auf Safari in der afrikanischen Savanne. Und da ein Gentleman auch im Safarizelt im wildesten Buschland nicht auf gewisse Annehmlichkeiten verzichten mochte, wurden neben allerlei Mobiliar auch anständige Betten und sogar Badewannen auf Safari mitgenommen. Ganz zu schweigen von den notwendigen Utensilien für die obligatorische Teatime am Nachmittag und das standesgemäße Dinner am Abend. Indeed, ein Englishman campierte zwar inmitten der freien Natur, aber mit Stil und Komfort. So waren diese englischen Feingeister, die ersten, die das „Glamourous Camping“ kurz Glamping für sich entdeckten.

Nanu, so viel Lärm am frühen Morgen, als ob eine Horde Affen durch die Wildnis tobt. „Aha“, denkt sich der Glamping-Inspektor noch etwas verschlafen, „der Weckruf der Berberaffen“. Davon hatte der Park-Ranger gestern Abend am Lagerfeuer noch berichtet. Kann schon mal vorkommen, dass sich hier am Victoriasee, früh am Tag der Ruf der Wildnis bemerkbar macht. Rasch schlüpft der Glamping-Inspektor aus dem gemütlichen Himmelbett im mehr als geräumigen Safarizelt in seinen Morgenmantel und begibt sich auf die vom Morgentau benetzte, große Holzterrasse, die weit in den See hinausragt.

Serengeti-Park: Safarizelte auf der Glamping-Insel im Victoriasee Foto: Serengeti-Park

Vor ihm das im Licht der ersten Sonnenstrahlen getauchte spiegelglatte Wasser des Victoriasees und am anderen Ufer balgt ein Horde Berberaffen um Futter. Was für ein Anblick. Das ist Afrika! Es fühlt sich jedenfalls genau so an. Wenigstens für diesen einen Moment. Denn eigentlich – und das weiß auch der Glamping-Inspektor – ist dies die Glamping-Anlage des Serengeti-Parks im niedersächsischen Hodenhagen. Zehn luxuriös eingerichtete Safarizelte, die Zelt-Lodges, stehen hier auf einer Insel mitten im sogenannten Victoriasee. Der Zugang zur Insel ist nur den Gästen der Zelt-Lodges gestattet. Die Glamping-Gäste bleiben, so sie denn wollen, weitgehend unbehelligt vom Leben und Treiben des Serengeti-Parks.

Nach einem ebenso reichhaltigen, wie köstlichem Frühstücksbüffet im nahegelegenen Savanne Lodge Restaurant begibt sich der Glamping-Inspektor an die Arbeit.

Das Savanna-Lodge-Restaurant. Foto: SERENGETI-PARK

Sein Auftrag: Wieviel Glamping bietet der Serengeti-Park seinen Gästen? Seine erste, spontane Antwort: Eine ganze Menge und noch mehr – mehr Glamping geht eigentlich nicht. Wer wirklich das ursprüngliche Glamping-Feeling wie einst die englischen Gentlemen in der ostafrikanischen Savanne genießen will, ist hier im Serengeti-Park Hodenhagen, am Südzipfel der Lüneburger Heide, an der richtigen Adresse.

Beginnen wir mit der Lage: Der Serengeti-Park liegt zwischen Hamburg und Hannover nicht weit entfernt von der Autobahnausfahrt A7-Westenholz. Knapp drei Minuten dauert die Fahrt mit dem Auto von der Abfahrt zur sehr gut ausgeschilderten Einfahrtstrasse des Serengeti-Parks. Hier, inmitten der lieblichen Heidelandschaft, beginnt für die Gäste des Parks ihr afrikanisches Glamping-Abenteuer.

Die besagten Zelt-Lodges liegen auf einer Insel im Victoriasee, im Herzen der Parkanlage. Insgesamt stehen hier zehn im Safari-Stil gehaltene Zelt-Lodges zur Verfügung. Die Anordnung der Zelte ist so gestaltet, dass jeder Lodge-Bewohner von seiner 15 qm großen Holzterrasse den Blick auf den See genießen kann. Der Abstand zwischen den Zelten ist ausreichend groß: Privates bleibt privat. Der Glamping-Inspektor nimmt Maß: Die größeren Lodges für bis zu sieben Personen haben eine Innenraumfläche von stolzen 45 qm. Die etwas kleineren Lodges für bis zu fünf Personen kommen immerhin auf 35 qm. Dazu kommen noch die jeweils 15 qm großen Holzterrassen. Für Glamping-Verhältnisse eine mehr als ordentliche Größe. Der Glamping-Inspektor ist jedenfalls begeistert. So soll es sein.

Bei der Einrichtung der Zelt-Lodges haben die Macher des Serengeti-Parks ebenfalls ihre Hausaufgaben gemacht. Geschmackvolle Lounge-Möbel und solide Betten mit anständigen Matratzen lassen keine Wünsche offen. Jede Zelt-Lodge hat ein eigenes Badezimmer mit großer Dusche, Waschtisch und WC. Die größeren Zelt-Lodges (45 qm) verfügen dazu noch über einen separaten WC-Raum gegenüber des Eltern-Schlafgemaches. „Besonders beliebt bei unseren Gästen“, so Jens Asche, Hotel-Direktor des Serengeti Parks, „sind die Alkoven mit integriertem Doppelbett.“ Kinder sind sofort begeistert, aber auch Erwachsene lieben diese besonders kuschelige Form der Zeltromantik. Auch die kleinen Details stimmen. Die Lodges sind „vollelektrisch“, alle Kabel und Schalter sind im Retrostil gestaltet. Nichts aus dem Baumarkt. Auf den Einbau einer Küche wurde hier bewusst verzichtet. „Unsere Gäste bekommen Frühstück und Dinner in unseren Restaurants“, berichtet Jens Asche, „auch Bettwäsche muss niemand mitbringen. Wir bieten hier Hotelstandard, mit Reinigung und Handtuchservice.“ Immerhin, Gläser und einen Kühlschrank für Getränke und kleine Snacks findet man in jeder Zelt-Lodge. Auch bei kühlerer Witterung kann man die Annehmlichkeiten der Zelt-Lodges genießen. Eine Infrarot-Heizungsanlage sorgt für angenehme Wohlfühl-Atmosphäre. Ein ausreichend starkes W-LAN lässt die Herzen der Facebook-Freunde und What’s App-Apologeten allerdings nicht höher schlagen. Darauf haben die Planer der Zelt-Lodges bewusst verzichtet. Es geht schließlich um das ursprüngliche Safari-Erlebnis. Auch einen Fernseher wird man hier nicht vermissen.

Das eigene Fahrzeug lässt man übrigens auf einem dafür vorgesehenen Parkplatz stehen. Im Park selbst kann man sich ungestört durch Fahrzeuge bewegen. Eine, wie ich finde, vorbildliche Lösung.


Und nun die Frage: Does it glamp? Oder wie hoch ist der Glampingfaktor für die Zelt-Lodges am Victoriasee? Der Glamping-Inspektor jedenfalls ist überzeugt: Mehr Glamping geht kaum, deshalb gibt es für die Kategorien Lage und Glamping-Unterkunft jeweils fünf von fünf Glampingsternen


Aber wie das so ist beim Glamping-Inspektor, nicht nur die Lage und die Unterkünfte müssen glamping-like sein, auch das Drumherum sollte stimmen: Wie sieht es mit der Restauration aus, wie ist es um das kulturelle und Unterhaltungs- Angebot bestellt?

Die Restauration des Parks ist ganz auf große Besuchergruppen und Familien eingestellt. Ein Drei-Sterne-Restaurant sucht der geneigte Glamping-Gast daher vergeblich. Ist aber auch nicht nötig, denn sowohl das Restaurant Zansibar als auch das Savanne Lodge Restaurant bieten gute bürgerlich bis internationale Küche zu angemessenen Preisen. Auch an Vegetarier wird gedacht. Was der Glamping-Inspektor allerdings vermisst: typische afrikanische Gerichte stehen nicht auf der Speisekarte, eher Schnitzel, Pizza, Pommes und Salat. Für die Übernachtungsgäste wird ein reichhaltiges Frühstücksbüffet vorgehalten (im Übernachtungsgpreis enthalten). Dazu empfiehlt es sich, zum Dinner das Themenbuffet ab 13,50 Euro pro Person in der Savanne Lodge zu buchen. Sehr gut und sehr lecker. Anschließend noch einen Sun-Downer an der gutsortierten Bar und der Glamping-Tag geht entspannt zu Ende. Am Service ist jedenfalls nichts zu beanstanden. Alle Mitarbeiter sind sehr zuvorkommend, freundlich und hilfsbereit.


Für das kulinarische Angebot vergibt der Glamping-Inspektor deshalb drei von fünf Glamping-Sternen. Es glampt also ein wenig, aber reißt einen nicht vom Glamping-Hocker.


So richtig in die Vollen geht der Glamping-Inspektor bei der Beurteilung der Safari-Anlage. Für den Serengeti-Park gelten hier besondere Bedingungen. Außerhalb des Park-Geländes dominiert die norddeutsche Kulturlandschaft, Wiesen, Äcker, Heideflächen und Wälder prägen das Landschaftsbild. Ganz anders ist es im Park: Auf einer Fläche von 220 Hektar findet der Besucher des Serengeti-Parks große Freiflächen, auf denen wie in der Savanne Afrikas, Gnus, Zebras, Nashörner, Elefanten, Antilopen und Giraffen ihrer Wege ziehen. Auch Löwen, Tiger und Bisons kann man hier in nahezu freier Wildbahn bewundern. Ganz neu ist in diesem Jahr (2016) ist die Wüstenanlage mit echten Kamelen. Dies alles kann man buchstäblich erfahren. Entweder mit dem eigenen PKW auf gesicherten Wegen oder als Passagier einer der zahlreichen Safari-Busse. Sehr beeindruckend und spannend. Besonders beliebt bei den Gästen sind die neugierigen Giraffen, die sich jedes Fahrzeug, das in Ihr Gebiet einfährt, genau anschauen.

Über 1.500 Tiere leben im Serengeti-Park, darunter mehr als 200 Affen, die nur durch einen Wassergraben von den Besuchern getrennt oder in begehbaren Freigehegen leben. Unmittelbarer kann man diese faszinierenden Tiere nicht erleben.


Für dieses Erlebnis vergibt ein faszinierter Glamping-Inspektor fünf von fünf Glamping-Sternen.


Übrigens: Alle Übernachtungsgäste des Safari-Parks können bis zur Dämmerung die Einrichtungen des Parks nutzen. Während also Mutter und Vater, wie einst Robert Redford und Meryl Streep in Jenseits von Afrika mit einem guten Glas Wein in der Hand auf der Terrasse ihrer Zelt-Lodge am Victoriasee den Sonnenuntergang bewundern, nutzen die jüngeren Familienmitglieder ihren Freiraum und stromern durch die Parkanlage, natürlich nur auf gesicherten Grünflächen und auf den zahlreichen Trampolininseln.

Für ganz Mutige bietet der Serengeti-Park sogar eine Übernachtung im Outdoor Camp. Ein erfahrener Park-Ranger lotst seine Gäste in den mobilen Ranger-Lodges mitten in die Serengeti-Safari, dort wo die wilden Tiere nächtigen. Am Abend wird ein Lagerfeuer entzündet und am nächsten Morgen werden die mutigen Safari-Gäste von den Tieren geweckt und genießen die Morgenstimmung in der Savanne Afrikas.

Die mobilen Ranger-Lodges sind Pickups mit voll ausgestatteten Wohnkabinen. Diese Kabinen verfügen über ein Alkoven-Doppelbett, einer zur zweiten Schlafgelegenheit umbaubaren Sitzecke sowie einer kleinen Nasszelle mit WC und Dusche. Ideal für zwei Erwachsene oder Familien mit kleineren Kindern.

Kinderfreundlich ist dieser Park allemal!

Dafür spricht auch der großzügige Entertainment-Bereich mit über 40 Fahrgeschäften und einem täglichen Showprogramm. In diesem Jahr (2016) bietet der Serengeti-Park etwas ganz Besonderes: Die Tanz- und Akrobatik-Show „Mother Africa“ mit 14 Artisten und Tänzern aus Afrika gastiert zum zehnjährigen Jubiläum im Serengeti-Theaterzelt. Eine atemberaubende Show, die den Zuschauer sofort in ihren Bann schlägt.


Der Glamping-Inspektor zeigt sich auch vom Entertainment- und Kultur-Angebot beeindruckt und vergibt wiederum fünf von fünf Glamping-Sternen.


Fazit: Der Serengeti-Park Hodenhagen ist eine echte Glamping-Perle. Mehr Afrika-Feeling, mehr ursprüngliches Glamping bietet kein anderer Glamping-Platz in Europa. Vor allem Familien werden einen Glamping-Aufenthalt mit Übernachtung im Serengeti-Park genießen. Aber zu welchem Preis? Eine vierköpfige Familie zahlt pro Übernachtung in der Zelt-Lodge bis zu 41 Euro pro Person. Im Preis enthalten sind dabei neben der Übernachtung, ein reichhaltiges Frühstücksbuffet, sowie Reinigung, Bettwäsche und Handtücher. Zusätzlich ist noch der Eintrittspreis für den Serengeti-Park zu entrichten. Kinder von drei bis zwölf Jahren zahlen 24 Euro, Erwachsene 30 Euro. Eine Übernachtung in der Range-Lodge schlägt mit 69 Euro pro Person zu Buche. Nicht gerade Niedrig-Preise, aber verglichen mit dem, was einem geboten wird, mehr als gerechtfertigt. Wann kommt man schon Mal nach Afrika. Einzig das eher einfachere kulinarische Angebot über Tag könnte etwas vielfältiger ausfallen.


Der Glamping-Inspektor jedenfalls ist ganz hin und weg vom glamourösen Camping im Serengeti-Park und vergibt für den Glamping-Gesamteindruck satte 4,3 Glamping-Sterne.


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